Der 50. Breitengrad – Grenze des Qualitätsweinbaus

Nach oben offen?
Zu Ihren Füßen liegt der 50. Breitengrad. Für Winzer hat er eine besondere Bedeutung, galt er doch lange als die nördliche Grenze des Qualitätsweinbaus. Durch die fortschreitende Erderwärmung reicht in Europa die absolute  Weinbaugrenze mittlerweile weiter nach Norden. Die Erde erwärmt sich, und Winzer reagieren darauf.
Sie bauen in Deutschland wärmeliebende Rebsorten an, die bisher eher in Frankreich zuhause waren.

Weinbau und der Klimawandel
In der „mittelalterlichen Wärmeperiode“ hatte die Weinrebe schon einmal einen Vorstoß nach Norden unternommen, der im 15. Jahrhundert durch die „kleine Eiszeit“ beendet wurde. Damals wurden von England bis Ostpreußen Weinstöcke angebaut. Erst Ende der 1980er Jahre übersprang der Weinanbau wieder den Ärmelkanal, schon gibt es erste Anfänge in Dänemark, Schweden und sogar Norwegen.

Bordeaux – Rheingau?

Noch beherrscht „König Riesling“ 80% der Anbaufläche des Rheingaus. Wird der Rheingau einmal das Bordeaux als Premiumgebiet des Rotweinanbaus beerben? Prognosen besagen, dass ein Temperaturanstieg von einem Grad eine Nordwärtswanderung der Reben von 180 Kilometern ermöglicht.
Auch in Weißweinanbaugebieten in Europa wird zukünftig der Rotwein an Bedeutung gewinnen. Innerhalb von 30 Jahren hat sich der Anteil roter Rebsorten in Deutschland von 11% (1980) auf 36% (2010) mehr als verdreifacht.
Auch die Qualität des deutschen Spätburgunder hat internationales Niveau erreicht. Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es alljährlich Wärme im Überfluss, so
dass mittlerweile sogar der anspruchsvolle Cabernet Sauvignon reif wird.

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