Sektherstellung

Sekt – „der geadelte Wein“

Sekt wird in Hochheim am Main seit fast 200 Jahren hergestellt.
Doch wie wird aus Wein Sekt? Sekt ist moussierender, das heißt perlender Wein. Durch die Zugabe von Hefe und Zucker zum Grundwein wird eine erneute, zweite Gärung in Gang gesetzt. Bei der Umwandlung von Zucker zu Alkohol entsteht Kohlensäure, die den Wein moussieren (perlen) lässt.
Die ursprüngliche Methode ist die klassische oder traditionelle Flaschengärung
(Champagnermethode). Hier wird der mit Zucker und Hefe versetzte Grundwein in die späteren Verkaufsflaschen gefüllt und mit einem Kronkorken verschlossen. Für die Versektung ist eine Lagerzeit von 9 Monaten Pflicht.
Die im Sekt noch vorhandene Hefe wird mittels Rütteln auf speziellen Rüttelpulten in den Flaschenkopf befördert. Beim Degorgieren (Enthefen) spritzt der Hefepfropf aus dem Flaschenkopf. Anschließend wird die Flasche mit einem Korken verschlossen. Dieses Verfahren wird heute für besondere Sekte gewählt:

  • Jahrgangssekte
  • Lagensekte
  • Winzersekte.

Nach dem 2. Weltkrieg fand die Tankgärung Einzug in die Sektwirtschaft. Die
Vergärung erfolgt in großen Drucktanks. Die Hefe wird aus dem Sekt filtriert und
erst dann wird der fertige Sekt in die Verkaufsflaschen gefüllt. Die Lagerzeit beträgt 6 Monate. Mit der kostengünstigeren Tankgärung konnte die stark
gesteigerte Nachfrage nach Sekt befriedigt werden.
Als dritte Herstellungsvariante gilt das Transvasierverfahren, auch  Flaschengärung genannt. Ähnlich dem traditionellen Flaschengärverfahren findet die Gärung in speziellen Gärflaschen statt. Nach dem Vergären wird der Sekt unter Kohlensäuredruck filtriert und in die Verkaufsflaschen umgefüllt.

Sektstadt Hochheim – Tradition seit über 180 Jahren

1832 Ignatz Schweickhardt begann nach einer Lehre bei seinem Onkel in Reims beim Champagnerhaus Cliquot mit der Versektung von Hochheimer Wein nach der Champagnermethode.
1836 Johann Burgeff steigt ein; es entsteht die Sektkellerei Schweickhardt & Burgeff.
1857 Burgeff führt die Geschäfte alleine weiter. „Sparkling Hock“ hat Weltruf und wird höher gehandelt als Champagner.
Um 1900 7 Sektkellereien produzieren in Hochheim am Main und sind maßgeblich an dessen Wirtschaftskraft beteiligt. Burgeff rühmt sich als die „älteste und größte rheinische Sektkellerei“.
Nach 1945 schließt eine Sektkellerei nach der anderen.
1993 Gründung der Sektkellerei Schreiber durch das Weingut Schreiber, seit 1751 im Hochheimer Weinbau tätig. Einzige Sektkellerei in Hochheim am Main, die nach traditionellem Verfahren Sekt herstellt.

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