Weinlagen Kirchenstück und Hofmeister
Steinkapelle
Errichtet aus Kalkstein, steht die Kapelle auf der Grenze der beiden Weinlagen
Kirchenstück und Hofmeister. Über dem Altar ist ein rundbogiges Sandsteinrelief angebracht.
Es ist die künstlerische Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit, verbunden mit der Marien-Krönung. Das Sandsteinrelief ist datiert auf das Jahr 1729. Die starke Verwitterung lässt vermuten, dass das Relief ursprünglich als Bildstock in der Feldflur stand.
Hochheimer Hofmeister und Hochheimer Kirchenstück
Der Lagenname Hofmeister verweist auf einen historischen Vorbesitzer, den erzbischöflichen Hofmeister Damme (1363). Der Lagenname Kirchenstück weist auf die Nähe der Weinberge zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul hin. Schon seit 1271 ist das Stück östlich der Kirche als Kirchanger bekannt. Ein großer Teil des Weinbergs war bis 1803 im Besitz des Mainzer Domkapitels. Die Lage Kirchenstück ist als Rheingauer Erstes Gewächs klassifiziert.
Die Landschaft
Ein Blick in die Umgebung zeigt, dass das Gelände oberhalb des Weges flach wird. Die Siedlung Hochheim liegt auf ebenem Gelände. Unterhalb des Weges aber führt ein Hang zum Main. Die Form der Landschaft entstand durch die Arbeit des Stroms, der in Kaltzeiten (Eiszeit) in einem breiten aber flachen Flussbett Schotter aufhäufte. Wenn nach einer Klimaänderung wieder mehr Wasser zur Verfügung stand, tiefte der Fluss sich in die Terrassenschotter ein und schuf einen Hang. Die Pfarrkirche thront auf der Kante der Mainterrasse.
... und ihre Böden.
Der Weg ist sowohl eine Lagen- als auch eine Bodengrenze. Der sandig-kiesige Boden der Lage Hofmeister entstand aus Ablagerungen einer kaltzeitlichen Mainterrasse. Den tieferen Untergrund bilden Mainkiese, darüber folgen grobe,
kalkfreie Mainsande. Der Lösslehmboden der Lage Kirchenstück entstand aus kaltzeitlichem Flugstaub (Löss). Zur Geländenivellierung, aber auch zur Bodenverbesserung, wurde später kalkreicher, heller Tonmergel aufgebracht (gemergelt).

