Weinlage Hochheimer Hölle

„In der Hölle“
Der Lagenname „Hölle“ leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „Halde“ ab, das bedeutet so viel wie „steiler Berg“. Es hat nichts mit der biblischen Hölle, dem Fegefeuer, zu tun.

Tonmergel
Mergel sind feinkörnige Sedimentgesteine, die reich an Kalk (CaCO3) sind. Ton nennt man die kleinsten Bodenpartikel von der Größe < 0,002 mm. Enthält ein Mergel viel Ton, spricht man von „Tonmergel“. Vor etwa 28-30 Millionen Jahren, im stillen Wasser eines warmen Meeres, wurde der Tonmergel als feiner Schlick abgelagert. Der Mergel enthält Fossilien. Der „Cyrenenmergel“ der Hochheimer Hölle wurde nach der Brackwassermuschel Cyrena benannt.

Weinbergsboden aus Lösslehm und Tonmergel
Tonmergel bietet Pflanzen ein riesiges Nährstoffreservoir! Über dem Mergel
liegt Löss, ein Flugstaub der Eiszeiten. Der durch Verwitterung entkalkte und verbraunte Löss wird „Lösslehm“ genannt. Im lockeren Lösslehm kann die Rebe hervorragend Wasser und Nährstoffe erschließen. Selbst bei anhaltender Trockenheit gewährleistet der Lösslehm eine gute Wasserversorgung. Auch zirkuliert in den Bodenhohlräumen ausreichend Luft für die Wurzelatmung.

Minutenboden
Die winzigen Tonpartikel „kleben“ sehr dicht aneinander. Wasser und Wurzeln können Ton nur schwer durchdringen. So kommt es im Frühjahr zu Staunässe,
der Boden erwärmt dann nur langsam. Die Bearbeitung von Tonböden ist schwierig. Ist es zu feucht, dann verschmiert der Ton und das Ackern wird zur Schlammschlacht. Ist es dagegen zu trocken, verbackt der Ton zu festen Klumpen,
die von den Ackergeräten nicht mehr zerteilt werden können. Tonmergel sind „Minutenböden“. Es muss genau der richtige Moment abgewartet werden, um den Boden zu bearbeiten.

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