Das Weinjahr
Ein Blick auf die Arbeiten des Winzers
Pausen im Weinberg gibt es nicht. Das ganze Jahr über fallen Arbeiten an.
Nach dem ersten Frost beginnt der Rebschnitt. Das Altholz wird entfernt und mittels Anschnitt wird die Anzahl und Länge der Fruchtruten bestimmt. Damit
ist der Grundstock für die spätere Weinqualität gelegt. Nach dem Rebschnitt
beginnt im Frühjahr das Biegen und Binden der Ruten, das eine gleichmäßige
Versorgung der Triebe mit Nährstoffen gewährleisten soll. Die Bodenbearbeitung soll das Bodenleben anregen. Fehlende Nährstoffe werden in organischer Form (Stallmist, Stroh, Kompost oder durch Mineraldünger) in den Weinberg eingebracht. Durch Bodenproben lässt sich der Bedarf genau ermitteln, denn: Belastungen fürs Grundwasser sollen vermieden werden.
Der Pflanzenschutz beginnt beim Pflanzgut. Durch gesundes Pflanzgut lassen sich Krankheiten und Schäden an der Rebe von vornherein vermeiden. Während der Vegetationsperiode sind ca. 5-8 Spritzungen notwendig, um
die Traubengesundheit zu erhalten.
Die Laubarbeiten beginnen nach der Blüte. Hierbei werden Triebe entfernt, um den Wuchs gewünschter Triebe zu fördern. Anschließend werden die Triebe durch Heftarbeiten in Form gehalten. Die Laubwand soll dünn und luftig sein. Das fördert die Belichtung und das Abtrocknen der Feuchtigkeit. Das Ausdünnen (entfernen von Beeren) lenkt die ganze Kraft des Stocks in die verbleibenden Beeren und steigert so die Qualität.
Die Arbeiten im Keller
Nach der Lese werden die Trauben in der Kelter ausgepresst. Der gewonnene
Saft ruht, bis sich die Trübstoffe abgesetzt haben (Sedimentation).
Nach der Gärung im Fass (3 bis 4 Wochen) wird der Wein abgestochen, das heißt, Wein und Hefe werden getrennt. Nun kann der Wein noch etwas auf der Feinhefe lagern, bis er nach ca. 3 bis 4 Wochen filtriert wird. Die Füllung der Jungweine erfolgt in der Regel zwischen März und Mai. Danach sollte der Wein noch ca. 6-8 Wochen auf der Flasche lagern, bevor er in den Verkauf gelangt.
Straußwirtschaft
Eine Straußwirtschaft ist ein Gastbetrieb, der von Winzern und Weinbauern saisonal geöffnet wird. Sie dient dazu, den selbst erzeugten Wein direkt zu vermarkten.
Ein historisches Verdienst um die Straußwirtschaft kommt Karl dem Großen zu. Er erlaubte im Jahre 812 den Winzern Kranzwirtschaften, die durch ausgehängte Kränze oder Reben kenntlich gemacht wurden.

