Weinlage "Hochheimer Stein"
Steinreich
Mal zugegeben: Wirklich steinig sind Hanglagen an Mittelrhein und Mosel. Dort sucht man den Boden zwischen und unter den Steinen. Das Gegenteil ist in den Hochheimer Weinlagen der Fall. Hier sucht man die Steine. Und doch trägt diese Lage den Namen Stein.
Die Lage Stein erhielt ihren Namen wegen ihrer steinigen Bodenbeschaffenheit. Hier kommen sandige und kiesige Böden vor. Doch überwiegt im Boden der Anteil an fruchtbarem Lösslehm, und im tieferen Untergrund des Hanges liegt kalkreicher Ton.
Bemerkenswert ist ihre Vielseitigkeit. Nur wenige der Hochheimer Lagen weisen so viele unterschiedliche Substrate auf: Mainterrassenschotter, kaltzeitliche Fließerden, Lösslehm, Flugsand und Tonmergel des Tertiärs.
Die südexponierten und damit warmen Hänge schuf der Main, als er sein Bett tiefer legte. Der obere Bereich der Hochheimer Weinberge erhält dadurch die meiste Sonneneinstrahlung. Tagsüber erwärmen die Böden schnell und sorgen für eine frühe Blüte und eine lange Vegetationsperiode. Nachts kann Kaltluft am Hang nach unten fließen. Aufgrund dieser Klimagunst wurde die Lage als Erstes Gewächs Rheingau klassifiziert.
Der Wein leicht, zart und fein
Die Leichtigkeit der Sande zeigt sich auch beim Wein. Weine von den sandigkiesigen Böden sind feingliedrig, mit einer moderaten, oft auch kernigen
Säure. Feine, zarte Fruchtaromen unterstreichen eine ausgeglichene Struktur
von Körper und Säure.

