Massenheim

Aus der Ortsgeschichte
Von den Dörfern des Main-Taunus-Kreises besitzt Massenheim den größten und besterhaltenen geschlossenen historischen Ortskern mit einem der ältesten Fachwerkhäuser des Kreises aus dem Jahre 1564. Eine Kirche wurde schon in einer Urkunde aus dem Jahr 909 n.Chr. erwähnt. Funde aus der Jungsteinzeit sowie keltische, römische und alemannische Spuren belegen eine lang zurückreichende Besiedlungsgeschichte der Massenheimer Gemarkung. Hinweise auf die nachfolgenden Franken finden sich in der Ortsnamensendung „…heim“ und in der Bauweise mancher abgeschlossener Gehöfte (Hofreiten) mit einem großen Hoftor und danebenliegender kleinerer Zugangspforte.

Urkundlich findet sich die erste Erwähnung anlässlich der Schenkung Kaiser
Ludwigs (Sohn Karls d. Großen) für seine „Villa“ Massenheim an das Kloster
Fulda im Jahre 819. Bis zum Jahre 1660 wurde von dort das Zehntrecht und die Gerichtsbarkeit ausgeübt. Einer Zeit, in welcher der 30-jährige Krieg und die Pest schreckliche Spuren hinterlassen hatten. Im Jahre 1637 waren nur noch 18 „Hausgesäߓ von 75 Personen bewohnt.

Weltliche Herren wurden Anfang des 13. Jahrhunderts die Münzenberger, die Eppsteiner, der Landgraf von Hessen (1492), die Nassauer (1803) und ab 1866 die Preußen. Nach 1945 begann durch die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen eine neue Entwicklung. Nach Errichtung der Gartenstadt (1972-1975) stieg die Einwohnerzahl auf heute 1.750 an. Seit 1977 ist Massenheim in die Stadt Hochheim am Main eingemeindet.

Weinbau in Massenheim
Weinbau war in früheren Jahrhunderten weiter verbreitet als heute – er reichte sogar bis in den Taunus hinein. Doch Rebhänge in Igstadt, Wallau oder Diedenbergen sind inzwischen Vergangenheit. Heute erinnern allenfalls Gewann- und Straßennamen („Am Weinberg“, „Weinbergsweg“ etc.) daran.
In Massenheim findet sich heute noch ein Weinbaubetrieb. Die Weinbaulage Massenheimer Schlossgarten (20 ha Rebfl äche) wurde nach dem „Schloss“, einem um 1740 im Barockstil erbauten Anwesen, benannt.
Es wurde von 1779 bis zu deren Tod von einer Fürstin und Prinzessin von
Anhalt-Köthen bewohnt. Dass hier Qualitätsweinbau möglich ist, verdankt Massenheim dem Wickerbach, der den sonnig-warmen Südwesthang schuf. Am Oberhang wurzeln die Reben auf sandig-kiesigen, kalkfreien Sedimenten einer eiszeitlichen Mainterrasse. Am Unterhang stehen sie auf karbonatreichem Lehmtonmergel („Cyrenenmergel“) aus der Zeit des Oligozän (vor 28 Mio. Jahren).

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