Am Fürstenkopf

„Bunte Schiefer“,Assmannshausen, Burg Rheinstein

Im Blickfeld der Stele sehen Sie zwei Quarzit-Felsrippen, auf einer der Felsen steht Burg Rheinstein. Der Standort der Stele ist das rechtsrheinische Gegenstück zum Felsmassiv der Burg. Bis nach Trechtingshausen verläuft im Wald eine Verebnung – eine alte Hangterrasse des Rheins.

Landschaft der „Bunten Schiefer“

So  wie  die  graue  Felsrippe  auf  der  gegenüberliegenden Rheinseite besteht auch die Felsnase in ihrem Rücken aus einem  besonders  harten  Gestein:  Quarzit.  Er  umrahmt sehr weichen, blättrigen, rötlich-violetten Tonschiefer. Der Wechsel  von  Quarzit  und  Schiefer  ist  charakteristisch  für die geologische Formation „Bunte Schiefer“. Die Gesteine gehören ins Erdaltertum, in die Zeit des Unterdevons. Die „Bunten Schiefer“ bauen hier den Untergrund des Osthangs des Rheintals auf. Das feinkörnige Substrat (Ton) der Schiefer wurde bei geringer Wasserbewegung in größerer Meerestiefe, das gröbere Substrat (Sand) des Quarzits bei stärker bewegtem Wasser in geringer Meerestiefe abgelagert.

Der Gesteinswechsel prägt das Landschaftsbild: Durch Abtragung der weichen Schiefer wurden die harten Quarzite als steile Felsklippen herauspräpariert. Sie tragen kaum Lockerboden und werden von Wald bedeckt. Bereiche mit Schiefer sind flacher, tragen tiefgründige Böden und sind für den Weinbau erschlossen.

Bad Assmannshausen

Am Hangfuß, teilweise sogar im Flussbett des Rheins, entspringen  lithiumhaltige  Thermalquellen,  deren  Wasser, seit 1870 zur Graf Adolf Quelle zusammengefasst, als Heilwasser abgefüllt wurde. Bis 1939 bestand ein Kurbadebetrieb.

Burg Rheinstein

Burg Rheinstein

wurde durch ihre imposante Lage auf steilem Fels zu einem Symbol des romantischen Burgenwiederaufbaus. Die im Jahr 1279 erstmals erwähnte Zollburg diente der Sicherung des Mainzer Territoriums gegen Raubritter. Seit dem 17. Jahrhundert verfiel die Burg. Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen erwarb 1823 die Ruine und ließ die Burg im Sinne der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts wieder aufbauen. Bis 1975 im Besitz der Hohenzollernfamilie, erwarb 1975 die Familie Hecher Burg Rheinstein.

Besiedeltes Schwemmland

Alte  Siedlungskerne  liegen  auf  den  weiter  vom  Fluss  entfernten Schwemmfächern der Nebenbäche, so der alte Ortskern von Assmannshausen auf dem Schwemmfächer des Höllenbachs. Schwemmfächer wurden in der letzten Eiszeit aufgeschüttet, weil die Bäche bei ihrer Einmündung in den Rhein an Transportkraft verloren.

Weinlagen

 Der Name Höllenberg (45 ha) stammt vom mittelhochdeutschen  „Halde“  (Steilhang).  Die  steile  Lage  mit  Neigungen von  30  bis  60  %  besteht  hauptsächlich  aus  dem  warmen Südhang des Höllenbachtals. Aus Hangschutt und Verwitterungsmaterial, hauptsächlich vom Tonschiefer, bildeten sich steinig-grusige Böden. Die tonreichen Schieferböden bringen gehaltvolle, stoffige Spätburgunder-Weine hervor. Die  Lage  Assmannshäuser  Hinterkirch  (15  ha)  beginnt gleich oberhalb dieser Wegkehre. Sie umfasst weniger steile Hangbereiche. Die Böden enthalten mehr Quarzit, der teilweise von Kies und Löss überlagert wird. Die Weine zeigen eine intensive Frucht und eine kernige Säure, die ihre Lagerfähigkeit begünstigt.

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