Pforte des Rheingaus

Walluf, Wallufbach, Weinbaugebiet Rheingau, Landschaftsentstehung

Im Blickfeld der Stele liegt die Wallufer Weinlage „Oberberg“. Die Walluf tritt bei Martinsthal in den Rheingau ein. Die
Schnellstraße quert die Walluf mit einer Brücke. Die Hallgarter Zange (580 Meter ü. NN) ist die markanteste Erhebung des Rhein-
gaus. Die Verebnungen schuf einst der Rhein. Das Mainzer Becken geht mit einem markanten Hanganstieg zum Taunus über.

Walluf

ist die Pforte zum Rheingau, denn von Walluf am Rhein tritt man „gefühlt“ ein in die Weinlandschaft des Mittleren Rheingaus. Aber „unten“ am Rhein sehen Sie das Weinbaugebiet  nur  „durchs  Schlüsselloch“.  Erst  hier  oben,  am Taunusrand,  bietet  sich  der  Blick  über  eine  faszinierende Landschaft  zwischen  Strom  und  Gebirge.  Bei  guter  Sicht lassen sich viele der Rheingauer Talgemeinden (Erbach, Hattenheim, Oestrich, Geisenheim), die Hanggemeinden (Kiedrich, Hallgarten, Johannisberg) sowie Schloss Johannisberg erkennen.

Ein geologischer Blick auf den Rheingau

Der Rheingau hat Anteil an den geologischen Großstrukturen Mainzer Becken und Rheinisches Schiefergebirge. Die Vorbergzone vor dem Taunushauptkamm besteht aus Phyllit (Vordevon) bzw. Tonschiefer (Devon), ab dem Durchbruchstal des Rheins aus Quarzit. Die Böden der höheren Bereiche sind meist als gesteinsreiche Schuttdecken ausgebildet, in die Löss eingemischt ist. Im Mainzer Becken besteht der Untergrund aus marinen und brackischen  Lockersedimenten  des  Tertiärs.  Tone  treten  an den westexponierten Talhängen der Bäche zu Tage, „Meeressande“ sind auf den höheren Bereichen verbreitet. Die lössbedeckten  Terrassenverebnungen  des  Rheins  machen  den größten Teil des Weinbaugebiets aus. Die tiefgründigen kalkhaltigen  Lösslehmböden  enthalten  Gesteinsgrus,  gerundete Kiese, Sand oder kalkreichen, z.T. auch kalkfreien Ton.

Die Walluf

(früher  „Waldaffa“)  ist  ein  13,7  km  langer  Bach,  der  bei Wambach/Bärstadt  entspringt.  Bei  Martinsthal  erreicht  sie den Rheingau, fließt dann durch Oberwalluf und mündet bei Niederwalluf in den Rhein. Die Walluf war im Mittelalter die Grenze zwischen dem Rheingau und dem Königssondergau. Die Grenze war am Westufer über Jahrhunderte durch das Rheingauer Gebück gesichert.

Das Weinbaugebiet Rheingau

erstreckt sich von Wicker bis Lorchhausen. Durch eine Laune der Natur änderte hier der Rhein seine Hauptrichtung. Das schenkt den Südhängen die notwendige Sonnenwärme und den Reben beste Wachstumsbedingungen. Auf ca. 3145 Hektar
wird Wein angebaut. Riesling nimmt ca. 80 % der Anbaufläche und fast alle Spitzenlagen ein.

Weinlagen

Die Lage Wallufer Oberberg (8 ha) trägt ihren Namen, weil sie „ganz oben am Berg“ liegt. Die Lösslehmböden enthalten Kiese, Sande („Meeressand“), z.T. auch Tone des Tertiärs. Die mittelschweren Weine weisen aufgrund der kühleren Temperaturen an der Grenze des Weinbaugebiets eine markante Säure auf. In  keiner  Rheingauer  Lage  findet  man  mehr  Bildstöcke  von Schutzheiligen und Kreuze als im Wallufer Berg-Bild-stock  (20  ha).  Die  tiefgründigen Lösslehmböden  enthalten (Rhein)Kiese, (Meeres)Sande oder Tone. Hier wachsen kräftige, körperreiche Weine mit feingliedrigen Noten und markanter mineralischer Säure.

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