Am Sonnenberg
Eltville, Weinbergsböden, Königsklinger Aue
Im Blickfeld der Stele sehen Sie im Vordergrund die Weinlage Sonnenberg, dahinter auf der Rhein-Niederterrasse die
Altstadt von Eltville. Aus der Silhouette ragen die Kurfürstliche Burg sowie die Katholische Kirche St. Peter und Paul mar-
kant heraus. Eltville gegenüber liegt die Königsklinger Aue, mit dem Herrenhaus am Nordufer.
Eltville
Die Wein-, Sekt-, Rosen- und Gutenbergstadt Eltville ist die älteste und mit ca. 18.000 Einwohnern größte Stadt im Rheingau. Erste Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit, ein Landhausfund stammt aus römischer Zeit. Mit dem Bau der Stadtmauer (1332) und der Fertigstellung der Kurfürstlichen Burg (1347) war Eltville bis 1480 Residenzort der Mainzer Erzbischöfe. Die Stadt weist etliche historische Bauten auf, wie die Kurfürstliche Burg, den Stockheimer Hof, die Burg Craß und den Eltzer Hof.
Der Eltviller Sonnenberg
Nur an warmen und geschützten Orten erreichen Trauben eine Reife, die es erlaubt, hochwertige Weine zu produzieren. Boden und Klima beeinflussen Traubenwachstum, Qualität und Charakter eines Weines. Das Geländeklima
spielt dabei die erste Geige". Höhe: In unseren Breiten wächst Wein nicht auf hohen Bergen, sondern an den Hängen der tiefer gelegenen (Fluss) Täler, denn: pro 100 m Höhezunahme wird es um etwa 0,7 °C kühler und das Mostgewicht sinkt um 3 bis 5° Öchsle. Neigung: An Hängen ist die Einstrahlung höher. Durch den steileren Einfallswinkel der Sonnenstrahlen erhalten sie bis zu 30 % mehr Energie als eine ebene Fläche. Kaltluftabfluss am Hang verringert die Frostgefährdung. Das tiefer ge legene Gelände ist kaltluftgefährdet und feuchter.
Exposition: Eine gute Ausreife benötigt viel Sonnenschein. Südhänge sind klar im Vorteil. Wein braucht daher keinen Berg, wohl aber einen Hang. Der Eltviller Sonnenberg ist ein vom Rhein geschaffener und optimal nach Süden ausgerichteter Hang.
Königsklinger Aue
Flusslandschaften unterliegen dem Wandel. Schwemmt der Strom an einer Stelle Land an, trägt er an anderer Stelle Land ab. So entstanden und verschwanden ganze Inseln. Von den im Jahre 1573 bezeugten 24 Rheinauen zwischen Walluf und Bingen sind infolge der Rheinregulierung noch 7 übrig. Eine davon ist die Eltviller- oder Königsklinger Aue. Heiß begehrt, wechselte die Aue im Laufe der Jahrhunderte oft Besitzer und Namen. Berta von Lucius, spätere Gräfin Sierstorpff, erbte 1901 die Aue. Als die Amerikaner 1945 die Eltviller Aue in Besitz nahmen, musste die Gräfin die Insel verlassen. Heute ist sie im Besitz einer Unternehmerfamilie und seit 1992 Naturschutzgebiet.
Weinlagen
Der Eltviller Sonnenberg (57 ha) ist eine der Sonne zuge-wandte Südlage, die bereits 1327 als Sonninberg erwähnt ist. Auf kiesigen Löss-/Lösslehmböden wachsen füllige Weine mit einer mineralischen Säurestruktur und vegetativen
Aromen.Die Lage Eltviller Langenstück (43 ha) zeigt besonders in trockenen Jahren ihre Qualität durch das gute Wasserspeichervermögen der tiefgründigen Löss-/Lösslehmböden. Am Westhang der Großen Hub kommen auch Tonmergelböden vor. Die Weine sind körperreich und zeigen eine markante Säuretextur, die ihnen eine lange Lebensdauer sichert. Der Eltviller Rheinberg (9 ha) wurde benannt nach dem steilen Hochufer des Rheins zwischen Eltville und Niederwalluf.
Kurfürstliche Burg
Burg Craß
Königsklinger Aue

