Am Dreimärker

Dreimärker, Erbach, Marianne von Preußen, Rheinterrassen

Im Blickfeld der Stele sehen Sie im Weinberg die Kante einer alten Rheinterrasse. Links der Feldgehölze beginnt der Eltviller Teil der Weinlage Steinmorgen. Das alte Erbach wurde auf dem Schwemmfächer des Eberbachs errichtet, der etwa im Umfeld von St. Markus zu suchen ist. Erbach gegenüber liegt die Mariannenaue.

Der Dreimarkstein

oder „Dreimärker“ bezeichnet den Grenzstein dreier Gemarkungen. Noch heute grenzen hier die Gemarkungen von Erbach, Eltville und Kiedrich aneinander. An dieser Stelle stand  ein  großer  Sandstein,  oben  torbogenartig  abgerundet. Er wurde leider ca. 1985 entwendet.

Erbach

Der Name leitet sich vom Eberbach ab, der hier in den Rhein mündet. „Eberbach“ wurde später zu „Erbach“ zusammengezogen.  Zu  den  Sehenswürdigkeiten  zählen  die  katholische Pfarrkirche St. Markus, die evangelische Johanneskirche und Schloss Reinhartshausen mit Schlosspark. Weinbau ist in Erbach seit dem Mittelalter belegt, die Lage „Marcobrunn“ genießt Weltruf.

Auf der Rheinterrasse

Das Gelände steigt vom Rhein zum Taunus stufenförmig an. Die durch steilere Böschungen voneinander getrennten Flächen werden „Terrassen“ genannt. Die getreppte Landschaft entstand durch die Arbeit des Rheins, der Schotterkörper anhäufte, in die er sich später, wenn er mehr Wasser führte, eintiefte. Die Schotterterrassen entstanden durch Wechsel zwischen Kaltzeiten und Warmzeiten. Gleichzeitig hob sich der Taunus und verstärkte das Einschneiden. Sie befinden sich hier auf der Unteren Mittelterrasse. Der Hang fällt zur nächstjüngeren Terrasse ab, auf der Erbach liegt. Auf der jüngsten, der Niederterrasse, hat der Rhein sein Flussbett. 

Marianne von Preußen

Prinzessin der Niederlande, war die Frau von Prinz Albrecht von Preußen. Nach enttäuschter Ehe verließ sie 1845 die Familie und ging später mit Johannes van Rossum eine nicht standesgemäße Liebesliaison ein. Sie gebar einen Sohn, Johann Wilhelm von Reinhartshausen (1849–1861), und ließ  sich  in  Erbach  nieder.  Zusammen  mit  der  Mönchaue erwarb  Marianne  im  Jahr  1855  Schloss  Reinhartshausen, einst Stammsitz der Ritter zu Erbach. Sie machte das Schloss  zu  einem  kulturellen  Anziehungspunkt  am  Rhein. Im Jahr 1902 wurde die Rheinaue zu ihren Ehren in „Mariannenaue“ umbenannt.

Weinlagen

Der Name Steinmorgen (Erbach 18 ha, Eltville 10 ha) ist seit dem Jahr 1211 als „an demo steinmorgen“ belegt. Der Weinberg  hatte  die  Größe  eines  Morgens,  d.h.  ein  Mann konnte ihn an einem Vormittag bearbeiten. Die tiefgründigen Löss-/Lösslehme enthalten Rheinkiese („Steinmorgen“).  Die  Weine  sind  mittelschwer,  fruchig,  lebendig  mit einer rassigen, oft mineralischen Säure. In  der  Kiedricher  Sandgrub  (69  ha)  und  der  Eltviller Sandgrub (34 ha) wurde Sand für Bauzwecke abgebaut. Kalkreiche  Löss-/Lösslehmböden  bedecken  die  Mittelterrasse des Rheins. Örtlich treten daher Schichten von Kies und  Sand  auf. Die  Weine  zeigen  eine  große  Vielfalt.  Bei kalkreichen Böden ist die Weinsäure harmonisch in die Aromatik eingebunden.

St. Markus

Johanneskirche

Mariannenaue. Hofgut mit Weinberg.

Schlosspark Reinhartshausen

Auenlehm

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