Am Bocksberg
Talasymmetrie, Böden, Hallgarter Zange, Steinberg
Im Blickfeld der Stele sehen Sie im Vordergrund den nach Westen abfallenden Hang der Weinlage Hattenheimer Schüt-
zenhaus, ein Paradebeispiel der asymmetrischen Talentwicklung im Rheingau. Die Hallgartener Zange ist die
höchste Erhebung des Rheingaus. Der Steinberg gilt als eine der Spitzenlagen im Rheingau.
Der Rheingau
hat geologisch Anteil am Mainzer Becken, einem Senkungsgebiet, das mit Sanden, Tonen, Mergeln und Kalken verfüllt wurde. Etwa oberhalb von Hallgarten beginnt das viel ältere Rheinische Schiefergebirge. Der Untergrund wechselt dort zu Phyllit und Schiefer. Der harte Quarzit bildet den Taunuskamm und Höhenrücken wie die Hallgarter Zange.
Irgendwie schief Talentwicklung im Rheingau
Vom Taunus ziehen flache Rücken hinunter bis zum Rhein. Täler, wie links das Tal des Leimersbachs, trennen die Rücken voneinander. Im Querprofil zeigen alle Täler eine Asymmetrie. Daraus folgt eine typische Boden- und Nutzungsabfolge. Dies ist das Werk der Eiszeiten.Schon damals blies der Wind von Westen, dadurch wurden die Bäche nach Osten abgedrängt, unterschnitten und versteilten dabei die Hänge. An den westexponierten Hängen treten Lockergesteine des Tertiärs, Mergel, Tone oder Sande, an die Oberfläche. Trotz der ungünstigen Substrate gibt es hier Weinbau wegen der besseren Sonnenexposition. Auf den Rücken liegt über alten Rheinterrassenschottern der Löss. Die mit mächtigem Löss verkleideten, sanft geneigten ost-exponierten Hänge tragen sehr fruchtbare Böden, haben aber ein kühleres Kleinklima. Sie werden meist für den Ackerbau genutzt.
Die Hallgarter Zange (580 m ü. NN)
ist die markanteste Erhebung des Rheingaus. Der Begriff Zange leitet sich vom Mittelhochdeutschen zanke ab, was so viel wie Spitze bedeutet, ein Felsvorsprung. Die Zange trägt seit 1884 einen Aussichtsturm, von dem sich ein herrlicher Rundblick über den Rheingau und ins Rheinhessische bietet.
Der Steinberg
ist mit 37 ha die größte Weinlage im Rheingau und darf ohne Angabe einer Ortsbezeichnung als Steinberger etikettiert werden. Angelegt wurde er von den Zisterziensermönchen des Klosters Eberbach, die um 1170 begannen, Parzellen durch Kauf und Tausch zu einem großen Weinberg zu verbinden. Zunächst von einer Hecke umgeben, trat an deren Stelle im Jahr 1767 eine 2.600 Meter lange Bruchsteinmauer.
Mit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1803 wurde der Steinberg Staatsdomäne. Die Gebäude der Domäne Neuhof liegen am Ostrand. Mit dem Bau des Steinbergkellers, der zentralen Kellerei der Staatsweingüter im Jahr 2008, wurde der Steinberg Betriebszentrale des größten hessischen Weinguts der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach.
Weinlagen
Das Schützenhaus (52 ha) wurde nach dem Unterstand des Traubenschütz benannt. Am Osthang des Leimersbachs dominieren schwere Böden mit tertiärem Tonmergel im Untergrund, darüber liegt Lösslehm. Hier wachsen Schoppenweine bis hin zu höchsten Qualitäten. Die Lage Hassel (33 ha) wurde nach dem Haselnussstrauch benannt. Auf tiefgründigen Löss-/Lösslehmböden wachsen Weine mit saftiger, fruchtiger Säure. Lösslehm versorgt die Rebe mit allem Notwendigen, Tonmergel ist reich an Mineralstoffen. Die Weine vom Tonmergel sind ein Abbild der Bodenverhältnisse. Sie sind ausgewogen, abgerundet und überzeugen durch eine hohe Dichte und Länge. Sie zeigen eine große Bandbreite verschiedenster Fruchtaromen.
Talasymmetrie
Tonböden sind Minutenböden.

