An der Schönhell

 Schönhell, „Meeressande“, Georessourcen

Im Blickfeld der Stele sehen Sie im Vordergrund die Weinlage Schönhell. Auf der Rhein-Niederterrasse liegen Weinorte. Auf der älteren Mittelterrasse herrscht Weinbau vor. Die Hügel rechts wurden zusammen mit dem Taunus gehoben. Harter Gesteinsuntergrund (Johannisberg) oder geologische Störungen (Vollrads) bilden  markante Geländekanten.

Die Schönhell

ist  die  älteste  Hallgartener  Weinbergslage.  Bereits  im  14. Jahrhundert  hieß  die  Lage  „Schoenenhelden“.  Helle,  Helde oder auch Hölle ist vom althochdeutschen „Halda“, der Berghang, herzuleiten. Als Wortstamm kommen sie im Namen alter Weinbergslagen vor: Wieshell, Rheinhell, Hölle, Nonnenhöll, Höllenberg. Man  nennt die welligen Hügel der Schönhell mit Recht „schöner Abhang“.

Orte der Andacht am Wegesrand

In der  Hallgartener  Schönhell finden sich beachtenswerte Kapellen  und  historische  Bildstöcke.  Die  meist  aus  Sandstein gemeißelten Skulpturen und Bildnisse sind Denkmäler unserer Zeit und sichtbares Zeugnis der Volksfrömmigkeit. Die Wegkreuze sind einheitlich aufgebaut. Sie bestehen aus Sockel, Kreuzstamm und Korpus.

Der Sand der Küste

Am  Südrand  des  Taunus  treten  Kiese  und  Sande  an  die Oberfläche. Es sind Küstensedimente eines Meeres. Woher stammen  sie?  Die  Absenkung  des  Oberrheingrabens  und eine Erhöhung des Meeresspiegels führten erstmals im Oligozän (vor 30 Mio. Jahren) zur Anbindung an offene Meere im Norden und im Süden. Auch das Mainzer Becken wurde überflutet.

Der Taunus bildete die Küstenlinie eines subtropischen Meeres, in dem sich Haie und Seekühe tummelten. Im Mittleren Rheingau ließ das Meer zahlreiche Zeugen zurück: Strandgerölle und Sande (Meeressand) sowie kalkfreie (Rupelton)  und  kalkreiche  Tone  (Cyrenenmergel,  Schleichsand). Durch die anhaltende Hebung des Taunus gelangten die Sedimente später in unterschiedliche Höhenlagen. Grobe, quarzreiche Sande bauen die Hügel der Hallgartener Schönhell auf. Sie wurden in einem strömungsreichen, küstennahen Bereich, vielleicht am Strand des Tertiärmeeres, abgelagert.

Die „Sandkauter Wiesen“

waren, der Name deutet es an, eine Grube zur Gewinnung der „Meeressande“ als  Bausand. Auch im Rheingau wurden einst  lokale  Georessourcen  genutzt.  Abgebaut  wurden Festgesteine, Erden, Braunkohle, Allaun, Kaolin und Eisenerze.

Auf Brauneisenerz und Ton wurde von 1875 bis 1885 in den Gruben Wolf und Jägerborn in der Hallgartener Lage Würzgarten  geschürft.  Später  wurden  die  Gruben  verfüllt  und eingeebnet. Das Buschland ist heute „Biotop und Rückzugsgebiet“ für manches Getier.

Weinlagen

In  der  Hallgartener  Schönhell  (48  ha)  sind  flachgründige  Kiesböden,  leichte  Sandböden  bis  hin  zu  schweren Lösslehm- und Tonböden verbreitet. Hier findet sich folglich auch eine große Weinvielfalt: Sie reicht von leichten Weinen mineralischen Typs (Sand-, Kiesböden) bis hin zu stoffigen Weinen mit viel Körper (Ton) und Frucht (Lösslehm).

Der Name Oestricher Lenchen (120 ha) wurde von einer zur Pfingstbach geneigten Berglehne abgeleitet. Die Böden sind meist tiefgründige, zum Teil kiesige Löss-/Lösslehm- sowie schwere Mergelböden. Die blumigen und aromatischen Weine haben einen stoffigen Charakter.

Weinbergsboden der tertiären Hügellandschaft.

Weinbergsboden der Rhein-Mittelterrassenlandschaft.

Landschaftsimpression

Gegensätze bedeuten Vielfalt, auch beim Wein:

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