Das Mittelrheintal – Geologie und Landschaft

Der Blick durch den Rahmen
Der Rhein fließt bei Lorch auf dem Talboden (74 m). Das Engtal bietet wenig Platz. Siedlungen liegen auf Schwemmfächern aus Kies und Sand, die in der letzten Eiszeit aufgeschüttet wurden, weil die Bäche bei ihrer Einmündung in den Rhein an Gefälle und damit an Transportkraft verloren. Lorch liegt etwas erhöht (86 m) auf dem hochwassersicheren Schwemmfächer der Wisper. Über Lorch thront auf dem Steilhang des Wispertals die Burg Nollig.

Der Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite zeigt deutlich die Grenze des steilen Engtals zum flacheren Hochtal (220 m) durch einen scharfen Übergang vom Wald zum Feld. Auf der flachen, ackerbaulich genutzten ersten Hochtalterrasse liegen die Orte Medenscheid (240 m) und Neurath (240 m).
Ihre fruchtbaren Äcker sind auf Lössflächen angelegt. Der höher gelegene Ort Winzberg (290 m) liegt auf der nächst älteren Rheinterrasse.

Die Entwicklungsphasen des Rheintals

Vor 400 Millionen Jahren

  • In einem Meer wurde im Schelfbereich körniger Sand, im Beckenzentrum feiner Schlick, abgelagert (wellig).
  • Später wurden die Meeressedimente zu einem Gebirge aufgefaltet. Es entstanden die Gesteine des Rheintals: Quarzit und Schiefer.

Vor 40 Millionen Jahren

  • Unter tropischen Temperaturen verwitterten die Gesteine tiefgründig zu einem Flachland (gestreift).
  • Eine Meeresstraße verband Nord- und Südmeer. Damals entstanden Strandterrassen. Nachdem das Meer sich zurückzog floss hier der „Ur-Rhein“.

Vor 2 Millionen Jahren

  • Eiszeitalter. Durch den Frost entstand viel Gesteinsschutt, in dem der Rhein zu ertrinken drohte.
  • Bei nachlassender Schuttzufuhr konnte sich der Rhein in sein Kiesbett eintiefen und es entstanden die Flachterrassen des Hochtals.

Vor 600 Tausend Jahren

  • Auf dem Zenit der Eiszeit waren große Wassermassen als Meeresspiegels begann der Rhein sich stark einzutiefen und schuf so das Engtal.
  • Das Rheintal ist asymmetrisch, also „schief“: Westwinde drängten den Rhein nach Osten. Dadurch blieben die Strandterrassen im Westen erhalten und wurden mit Löss bedeckt. Auf der Ostseite trug der „Prallhang“ des Rheins die Strandterrassen ab.

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