Alte Wege, alte Mauern

Legende Kaufmannsweg
Sie befinden sich auf dem Fußweg von Lorch nach Rüdesheim, der auch als Kaufmannsweg bekannt ist. Der Kaufmannsweg begann in Lorch und führte mit zwei Abstiegen nach Rüdesheim und nach Geisenheim. Er ist ein fester Bestandteil alter Landkarten und Chroniken der Rheinorte.

Landweg oder Rheinstrom? Beschwerlich oder gefährlich
Bis ins Mittelalter war das gefürchtete „Binger Loch“ für größere Schiffe nicht
befahrbar. Güter mussten über die Berge transportiert werden. Doch der Landweg war für „Schwergütertransporte“ steil und beschwerlich. Der Taunusbergkamm und das Wispertal erschienen früher als unzugänglich.
Zerklüftete Bergrücken, unwegsame Täler und starke Steigungen mussten gemieden werden. Man durchquerte das Gebiet daher auf der relativ ebenen Höhe.
Einst wurden Waren auf dem Kaufmannsweg über die Rheinhöhen nach Rüdesheim transportiert, um dort wieder aufs Schiff verladen zu werden. Mit der Schiffbarmachung des Binger Lochs wurde der Rhein durchgängig für Lastschiffe befahrbar. So verlor der Kaufmannsweg ab dem Mittelalter an Bedeutung. Gelegentlich wählte man ihn noch für den Personenverkehr zu Pferde oder für den Transport kleinerer Lasten auf Packesel und Saumtier.

Bewahren und Modernisieren
Historische Wege gehören zu unserer Geschichte und bereichern unsere Landschaften. Oft sind die alten Wege noch von Mauern gesäumt und romantisch bewachsen. Auf Initiative der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung, der Stadt Lorch und des Forstamtes Rüdesheim wurde der zugewachsene und verwilderte Kaufmannsweg wieder offen gelegt und durch den Bau einer Fußgängerbrücke zugänglich gemacht.
In Lorch sind die alten Mauern aus Schiefer gesetzt. Eine für Weinbergsmauern außergewöhnliche Bauweise ist die vertikale Schichtung und Befestigung der Mauerkrone nach Art des „Nassauer Gestücks“: die Schiefersteine stehen dabei senkrecht in die Höhe. Neu im Mauerbau sind die Verwendung des härteren und dadurch stabileren Taunusquarzits oder die Gabionentechnik, bei der das kunstvolle Aufschichten der Mauer entfällt. Das Gestein wird dabei in Drahtkörbe (Gabionen) eingefüllt.

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