209 Kilometer Premium-Wanderwege voller Überraschungen
„Erst kamen, neugierig gemacht, die Ortsansässigen“, erzählt Robert Carrera, der Wegemanager der WisperTrails. „Viele waren überrascht, was es alles an Naturschätzen und Sehenswürdigkeiten in ihrer näheren Umgebung gibt. Das sind 14 Rundwanderwege plus der 44 Kilometer lange Wispertaunussteig. „Über das Regionale sind wir hinaus“, sagt Carrera selbstbewusst. „Wir wollen jetzt mit den Großen“ mitspielen. Was keineswegs vermessen klingt, denn der Riesenerfolg dieser Trails hat alle überrascht.
„Das Wispertal ist eine Melange aus Rhein- und Taunusklima“, schwärmt Carrera. „Hier gibt es viel unberührtes Terrain, einzigartige Panoramen, den Rhein, die steilen Weinberge.“ Und auch Fauna und Flora stecken voller Überraschungen. Carrera: „Das Gebiet ist ein Hot Spot für Wildkatzen. Ich habe schon fünfmal welche gesehen. Es gibt Schwarzstörche, nachweislich auch Luchse. Und die Pflanzenwelt ist reich an Orchideen, Moosen und Flechten“.
„Die Perle der Wisper Trails“ und die „schönste Weinsicht“ unterhalb der Ruine Nollig
Als „Perle der Wisper Trails“ gilt der Rundweg „Rhein-Wisper-Glück“. Auf dem kleinen Rastplatz unterhalb der Ruine Nollig, wo auch der Rheinsteig kreuzt, gibt es großes Panorama-Kino vom Allerfeinsten: Auf das Welterbe Oberes Mittelrheintal, auf die dichten Wälder und die Steilhanglagen der Winzer aus Lorch und Lorchhausen.
Dieser Blick wurde vom Deutschen Weininstitut auch mit dem Prädikat „schönste Weinsicht“ ausgezeichnet. Der Rheingau kann sich noch mit zwei weiteren schmücken: der „schönsten Weinsicht“ Kiedrich bei der Burgruine Scharfenstein und der „schönsten Weinsicht“ vom Geisenheimer Rothenberg (mehr Infos). Das Glück vollkommen macht auf dem Trail „Rhein-Wisper-Glück“ der urwüchsige Peterwald, der Rosenpavillon und der Blick von der Clemenskapelle.
Und jetzt wird´s römisch-italienisch…
Überraschend ist es nicht, dass zwei der WisperTrails römisch-italienische Namen tragen. Der eine nennt sich „In Vino Veritas“, der andere „Via Monte Preso“. Schließlich liegen diese Trails unweit des Weltkulturerbes Obergermanisch-Raetischer Limes, d.h. dort, wo die alten Römer den Germanen aufzeigten: „Bis hierher und nicht weiter“, was bekanntlich nicht immer und vor allem nicht auf Zeit gelang.
Markenzeichen des „Via Monte Preso“ sind die Panoramablicke von der Rheingauer Alp bis zum Kerzer Kopf (407 Meter hoch). Weitere Highlights auf diesem Trail sind das abgeschiedene Grolochtal mit seinen waldreichen Hängen und ein Abstecher zum Teufelsfelsen. Der Name „Monte Preso“ geht auf den langjährigen Pfarrer Zeta zurück. Er liebte Italien, was ihn inspirierte, den Rüdesheimer Ortsteil Presberg mit einem mediterranen Namens-Flair zu versehen.
Steil, spektakulär, mitunter auch anstrengend, auf jeden Fall aber immer „ehrlich“ geht es auf dem Trail „In Vino Veritas“ zu. Der Name ist Programm. Denn Weinbau ist in den Steillagen des Mittelrheintals immer ehrlich und anstrengend. Dieser Trail belohnt den Wanderer mit romantischen Weinbergs-Landschaften und abwechslungsreichen Wald-Passagen.

