Es sind genug Gutachten und Studien verfasst

Zweckverbände und Rheingaubund wollen endlich Taten bei der Bahnlärm-Reduzierung sehen

 

„Es sind in den vergangenen Jahren genug Gutachten und Studien verfasst worden, die sich mit den unterschiedlichen Auswirkungen des Bahnlärms und Fluglärms auf die betroffenen Anwohner befassen“, betont der Vorsitzende des Rheingaubundes gegen den Bahnlärm, Karl Ottes. Statt immer neue Gutachten in Auftrag zu geben, müsse nun endlich gehandelt werden. „Wir wollen endlich nachvollziehbare Taten sehen“, ergänzt der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Rheingau, der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl. Und der Vorsitzende des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, Landrat Bertram Fleck, erklärt: „Ein weiteres Gutachten, das alle möglichen Fragen zu den Auswirkungen des Bahnlärmes umfassend und damit 100-prozentig beantwortet, wird es nicht geben und ist damit überflüssig.“

 

Es helfe dem einzelnen Betroffenen auch nicht, wenn die Auswirkungen des Bahnlärms auf seine Gesundheit in Gutachten beschrieben werden, letztlich sich daraus aber keine Veränderung der unerträglichen Situation ergeben. Zuletzt habe gerade der Sprecher der Initiative Pro Rheintal (BI) diese Auffassung immer wieder vehement vertreten. Umso verwundert zeigen sich Fleck, Ottes und Kohl, dass ausgerechnet dieser Sprecher nun eine weitere Gesundheitsstudie fordert und für die Erstellung der Studie auch noch öffentlich Spenden einfordert. „Mehr als unglücklich ist es zudem, dass der Verfasser der Studie, der in Expertenkreisen umstritten ist, auch schon vom Sprecher der BI festgelegt ist. Ein Mitspracherecht  der Spender gibt es also nicht“, so Karl Ottes. Der Sprecher der BI und der von ihm ausgewählte Verfasser bestimmten also ganz alleine die Fragestellung der geplanten Gesundheitsstudie.

 

Kohl und Ottes sind zudem davon überzeugt, dass die „Norah“-Studie, die bereits in Auftrag gegeben wurde, detailliertere Ergebnisse liefern wird. Die Lärmwirkungsstudie „Norah“ („Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health“, deutsch etwa „Zusammenhänge zwischen Lärm, Belästigung, Denkprozessen und Gesundheit“) hat das Ziel, eine möglichst repräsentative und wissenschaftlich abgesicherte Beschreibung der Auswirkungen des Lärms vom Flug-, Schienen- und Straßenverkehr auf die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung zu erhalten. Darüber hinaus werden die Bahnlärmbelästigungen im Mittelrheintal durch die von den Umweltministerien der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen herausgegebenen Studien im Rahmen des Forschungsprojektes „Mittelrheintal-Bahnlärmindex“ umfangreich erfasst. An Hand des Studiendesign der vorliegenden und laufenden Studien sollte zunächst geklärt werden, wo es noch wissenschaftliche Lücken gibt, die ein sofortiges Handeln wesentlich einschränken würden.

 

 „Wozu brauchen wir noch eine weitere teure Studie?“, fragte der Sprecher des Rheingaubundes. Er plädiert zudem dafür, sich wieder mehr auf Aktionen zu konzentrieren. „Wir müssen vermehrt wieder Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wecken und vor allem als Einheit auftreten. Dauernde Querschüsse bringen uns keinen Deut weiter“, plädiert Bürgermeister und Verbandsvorsteher Kohl für eine engere und vor allem wirkungsvollere Zusammenarbeit.

19. Juli 2013/BK

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